Diese historische Stadt in Vietnam kostet im Januar weniger als ein Wochenende zuhause und bietet perfektes Wetter

Während die Winterkälte Europa fest im Griff hat, präsentiert sich Hue im Januar von seiner angenehmsten Seite. Die ehemalige Kaiserstadt Vietnams, eingebettet zwischen dem Parfümfluss und den grünen Hügeln der Zentralregion, bietet in diesem Monat ideale Bedingungen für einen romantischen Paarurlaub. Die Temperaturen bewegen sich zwischen angenehmen 18 und 24 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist erträglich und die Regenzeit längst vorbei. Genau der richtige Moment, um in die faszinierende Geschichte der Nguyen-Dynastie einzutauchen und dabei das Budget zu schonen.

Warum Hue im Januar eure perfekte Wahl ist

Der Januar markiert den Höhepunkt der Trockenzeit in Zentralvietnam. Während andere Küstenabschnitte des Landes noch unter gelegentlichen Niederschlägen leiden, erstrahlt Hue unter klarem Himmel. Die Sonne taucht die jahrhundertealten Tempel in goldenes Licht, und der Parfümfluss spiegelt die historischen Brücken in seinem ruhigen Wasser. Für Paare, die dem europäischen Winter entfliehen möchten, bietet die Stadt eine authentische vietnamesische Atmosphäre abseits der überlaufenen Touristenpfade von Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt.

Die imperiale Zitadelle und ihre verborgenen Schätze

Das Herzstück von Hue bildet zweifellos die Kaiserliche Zitadelle, ein UNESCO-Weltkulturerbe von beeindruckenden Ausmaßen. Der Eintritt kostet etwa 5 Euro pro Person – ein bescheidener Preis für mehrere Stunden historisches Eintauchen. Plant mindestens einen halben Tag ein, um durch die weitläufige Anlage zu schlendern. Die frühen Morgenstunden sind besonders magisch, wenn noch wenige Besucher unterwegs sind und das Licht die verwitterten Mauern in warme Farbtöne taucht.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Verbotene Purpurne Stadt im Inneren der Zitadelle. Obwohl viele Gebäude während des Vietnamkriegs zerstört wurden, vermitteln die restaurierten Pavillons und die erhaltenen Grundmauern einen authentischen Eindruck vom Leben am kaiserlichen Hof. Nehmt euch Zeit für die stillen Gärten zwischen den Gebäuden – perfekte Orte für atmosphärische Fotos zu zweit.

Kaiserliche Gräber: Architektur trifft Natur

Die Grabstätten der Nguyen-Kaiser liegen verstreut in der hügeligen Landschaft um Hue und gehören zum Beeindruckendsten, was die Region zu bieten hat. Jedes Grab wurde vom jeweiligen Kaiser zu Lebzeiten entworfen und spiegelt seine Persönlichkeit wider. Das Grab von Kaiser Tu Duc besticht durch seine romantischen Teiche und Pavillons – ein perfekter Ort für Paare. Das Grab von Khai Dinh hingegen beeindruckt durch seinen ungewöhnlichen Mix aus vietnamesischer und französischer Architektur.

Die kostengünstigste Variante, mehrere Gräber zu besuchen, ist die Anmietung eines Motorrads für etwa 4-6 Euro pro Tag. Wer sich das Fahren im vietnamesischen Verkehr nicht zutraut, findet Fahrräder für rund 2 Euro täglich – allerdings sind die Distanzen beachtlich. Eine gute Kompromisslösung bildet ein privater Fahrer mit Auto für einen ganzen Tag, den ihr euch mit anderen Reisenden teilen könnt. Die Kosten liegen bei etwa 15-20 Euro pro Person für einen kompletten Tag inklusive mehrerer Grabstätten.

Der Parfümfluss und seine romantische Aura

Der Huong-Fluss, auf Deutsch Parfümfluss, durchzieht die Stadt wie eine lebendige Ader und bietet wunderbare Möglichkeiten für entspannte Stunden zu zweit. Besonders stimmungsvoll ist eine Bootsfahrt bei Sonnenuntergang zur Thien Mu Pagoda, dem Wahrzeichen der Stadt. Die siebenstöckige Pagode thront majestätisch über dem Fluss und bietet bei klarem Januarwetter spektakuläre Fotomotive.

Statt teurer privater Bootstouren empfiehlt sich die Nutzung der lokalen Fähren, die für wenige Cent über den Fluss pendeln. Für eine längere Flussfahrt könnt ihr an den Anlegestellen einfache Holzboote mit lokalen Bootsführern für etwa 3-5 Euro pro Stunde chartern – deutlich günstiger als organisierte Touristenboote und wesentlich authentischer.

Kulinarische Entdeckungen für schmale Budgets

Hue gilt als kulinarische Hauptstadt Vietnams, und das zu Recht. Die Stadt entwickelte während der Kaiserzeit eine raffinierte Küche, die bis heute lebendig ist. Das Beste: Authentische kaiserliche Gerichte müssen nicht teuer sein. An den zahlreichen Straßenküchen in der Altstadt zahlt ihr für eine Schale Bun Bo Hue, die lokale Reisnudelsuppe, zwischen 1 und 2 Euro. Die würzige Brühe mit Rindfleisch und Kräutern wärmt perfekt an kühleren Januarabenden.

Die kleinen Familienlokale entlang der Nguyen Dinh Chieu Straße servieren exzellentes Essen zu Preisen, die selbst für vietnamesische Verhältnisse günstig sind. Eine vollständige Mahlzeit mit mehreren Gängen kostet hier selten mehr als 3-4 Euro pro Person. Probiert unbedingt Banh Khoai, die lokale Variante der vietnamesischen Pfannkuchen, und Com Hen, Reis mit Muscheln – Spezialitäten, die ihr außerhalb von Hue kaum findet.

Übernachten ohne Luxuspreise

Hue bietet eine bemerkenswerte Auswahl an preiswerten Unterkünften, die trotz niedriger Preise hohen Komfort bieten. Kleine Gästehäuser im Altstadtviertel verlangen zwischen 12 und 20 Euro pro Nacht für ein sauberes Doppelzimmer mit eigenem Bad. Viele dieser familiengeführten Unterkünfte liegen in charmanten französischen Kolonialgebäuden und bieten deutlich mehr Atmosphäre als anonyme Hotelketten.

Wer noch günstiger unterwegs sein möchte, findet einfache Zimmer in Wohnvierteln ab etwa 8 Euro pro Nacht. Die Gegend nördlich der Zitadelle bietet besonders gute Preis-Leistungs-Verhältnisse und ist dennoch fußläufig zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Achtet darauf, dass Frühstück oft im Preis inbegriffen ist – eine willkommene Ersparnis.

Praktische Fortbewegung in der Stadt

Hue ist kompakt genug, um vieles zu Fuß zu erkunden, aber groß genug, dass ein Fahrrad den Aktionsradius angenehm erweitert. Nahezu jede Unterkunft verleiht Fahrräder für 1-2 Euro täglich. Die Stadt ist relativ flach und der Verkehr weniger chaotisch als in größeren vietnamesischen Metropolen – ideal für entspannte Erkundungstouren zu zweit.

Für längere Strecken bieten sich die allgegenwärtigen Grab-Bikes an, Vietnams Antwort auf Uber. Eine Fahrt quer durch die Stadt kostet selten mehr als 1-2 Euro. Die App zeigt den Preis vorab an, sodass ihr keine bösen Überraschungen erlebt. Alternativ nutzt die lokalen Motorradtaxis, die an jeder Ecke warten – verhandelt den Preis aber vor der Fahrt.

Versteckte Juwelen abseits der Hauptrouten

Während die meisten Besucher sich auf die bekannten Sehenswürdigkeiten konzentrieren, lohnt ein Ausflug in die Dörfer am Stadtrand. Das Dorf Thuy Bieu, etwa 5 Kilometer südwestlich gelegen, erreicht ihr problemlos mit dem Fahrrad. Hier zwischen Pampelmusenplantagen und traditionellen Holzhäusern verläuft das Leben noch im alten Rhythmus. Ein Spaziergang durch die engen Gassen kostet nichts und bietet authentische Einblicke ins ländliche Vietnam.

Die Bach Ma Berge, etwa eine Stunde von Hue entfernt, präsentieren im Januar ihre schönste Seite. Der Nationalpark bietet spektakuläre Wanderwege durch Nebelwald und zu versteckten Wasserfällen. Der Eintritt kostet rund 2 Euro, und die Anfahrt mit lokalem Bus schlägt mit etwa 3 Euro zu Buche – ein günstiger Tagesausflug für naturverbundene Paare.

Budgetplanung für mehrere Tage

Ein realistisches Tagesbudget für Paare in Hue liegt bei etwa 30-40 Euro, wenn ihr bewusst auf eure Ausgaben achtet. Darin enthalten sind einfache, aber gute Unterkunft, drei Mahlzeiten an lokalen Essgelegenheiten, Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Transport innerhalb der Stadt. Wer bereit ist, noch spartanischer zu reisen und hauptsächlich Streetfood zu essen, kommt sogar mit 20-25 Euro pro Person aus.

Die größten Ersparnisse erzielt ihr durch konsequente Nutzung lokaler Angebote statt touristischer Alternativen. Esst, wo Einheimische essen, nutzt lokale Transportmittel und scheut euch nicht, freundlich zu verhandeln – in Vietnam gehört das zur Kultur und wird nicht als unhöflich empfunden, solange ihr respektvoll bleibt.

Der Januar bietet Hue-Besuchern einen weiteren Vorteil: Die Stadt bereitet sich auf das Tet-Fest vor, das vietnamesische Neujahrsfest, das meist Ende Januar oder Anfang Februar stattfindet. Die festliche Stimmung liegt bereits in der Luft, Straßen werden dekoriert und Märkte quellen über vor Spezialitäten. Wenn eure Reise in diese Zeit fällt, erlebt ihr Vietnam von seiner lebendigsten Seite – allerdings solltet ihr Unterkünfte dann deutlich früher buchen, da viele Vietnamesen zu ihren Familien reisen und die Preise leicht anziehen.

Welches kaiserliche Grab in Hue würde dich am meisten faszinieren?
Tu Duc mit romantischen Teichen
Khai Dinh französisch-vietnamesisch
Die verbotene Purpurne Stadt
Lieber Bootstour bei Sonnenuntergang
Streetfood statt Sehenswürdigkeiten

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