Textilforscherin enthüllt den fatalen Fehler den 9 von 10 Menschen beim Waschen von Sportkleidung machen und der alles verschlimmert

Der typische Geruch von Schweiß im Trainingsanzug ist kein einfacher Fleck, den man wegwaschen kann. Was hier hartnäckig bleibt, sind organische Rückstände und Mikroorganismen, die sich in synthetischen Fasern festsetzen. Polyester, Elasthan oder Polyamid – Materialien, die für Bewegungsfreiheit und Feuchtigkeitsmanagement entwickelt wurden – haben eine mikroskopisch raue Oberfläche. Diese Poren speichern Fettsäuren, Hautschuppen und Bakterienkolonien, die selbst nach dem Waschen aktiv bleiben. Das Ergebnis ist jener muffige Geruch, der nach der nächsten Sporteinheit wiederkehrt, als wäre er nie verschwunden.

Dass normales Waschmittel nicht ausreicht, liegt an der Chemie: Es löst Schmutz und Talg nur teilweise und zerstört die biofilmartige Struktur nicht, die sich mit der Zeit bildet. Um wirklich hygienisch zu reinigen, muss man das biologische Gleichgewicht im Stoff kurzfristig stören – mit Säure, Alkalität oder Temperatur – ohne dabei die empfindlichen Kunstfasern zu schädigen.

Die Problematik ist komplex und betrifft Millionen von Sportlern und Freizeitaktiven weltweit. Während Textilhersteller mit immer ausgefeilteren Funktionsfasern werben, bleibt die Geruchsentwicklung ein unterschätztes Phänomen, das nicht allein durch technologische Fortschritte gelöst werden kann. Die Ursachen liegen tiefer – in der molekularen Struktur der Materialien und den biologischen Prozessen, die sich auf mikroskopischer Ebene abspielen.

Warum Sportbekleidung Gerüche speichert, obwohl sie atmungsaktiv ist

Atmungsaktivität beruht auf kapillarer Feuchtigkeitsableitung. Das bedeutet, dass der Schweiß schnell an die Gewebeoberfläche transportiert wird, wo er verdunstet. Was dabei kaum bedacht wird: Die festen Bestandteile des Schweißes – Salze, Proteine, Lipide – bleiben zurück und bilden eine regelrechte Ernährungsquelle für Bakterien. Laut Forschungen, die unter anderem an der belgischen Universität Gent durchgeführt wurden, sind es vor allem Bakterienstämme aus den Gruppen der Firmicutes und Actinobacteria, die Schweißbestandteile enzymatisch zersetzen und dabei kurzkettige Fettsäuren bilden, die den typischen stechenden Geruch erzeugen.

Synthetische Materialien verstärken das Problem: Sie sind hydrophob, ziehen also kein Wasser an, speichern aber Fette hervorragend. Der Stoff wird so zur idealen Umgebung für geruchsbildende Mikroben, während Baumwolle oder Wolle diese Rückstände durch ihre kapillare Struktur leichter ausspülen. Die Forscher der Universität Gent konnten in vergleichenden Studien nachweisen, dass Polyesterfasern nach intensiver sportlicher Betätigung signifikant stärker riechen als Baumwollgewebe – und das selbst nach mehrfachem Waschen.

Noch gravierender ist der Einfluss moderner Waschzyklen. Niedrige Temperaturen – etwa 30 oder 40 Grad – sind energiesparend, töten aber keine Keime ab. Gleichzeitig setzen viele Waschmittelhersteller auf enzymfreie, pH-neutrale Rezepturen für empfindliche Stoffe, was den Reinigungseffekt weiter reduziert. Das bedeutet: Hygiene wird zu einer Illusion, wenn man keine gezielte Vorbehandlung durchführt.

Die Faseroberfläche synthetischer Sportkleidung bietet aufgrund ihrer Struktur ideale Anhaftungspunkte für organische Moleküle. Unter dem Mikroskop zeigen sich Rillen und Vertiefungen, in denen sich Schweißrückstände regelrecht verkapseln können. Diese mikroskopischen Nischen sind für herkömmliche Waschmittel schwer zugänglich, weshalb selbst mehrmaliges Waschen oft nicht den gewünschten Erfolg bringt.

Die Mikrobiologie des Sportgeruchs verstehen

Die Geruchsbildung in Sportkleidung ist nicht einfach eine Frage mangelnder Sauberkeit. Es handelt sich um komplexe biochemische Prozesse, bei denen Mikroorganismen eine zentrale Rolle spielen. Diese Bakterien sind Teil der natürlichen Hautflora und gelangen beim Schwitzen in die Textilfasern. Dort finden sie optimale Lebensbedingungen vor: Feuchtigkeit, Wärme und Nährstoffe in Form von Schweißbestandteilen.

Die Stoffwechselprodukte dieser Bakterien sind es, die den charakteristischen Geruch verursachen. Während frischer Schweiß nahezu geruchlos ist, entwickelt sich der typische Geruch erst durch die bakterielle Zersetzung. Dieser Prozess setzt sich fort, auch wenn die Kleidung bereits gewaschen und scheinbar sauber ist – denn oft überleben Bakterienkolonien in den Fasertiefen die Reinigung.

Besonders problematisch wird es, wenn sich Biofilme bilden. Diese mehrschichtigen Bakteriengemeinschaften sind deutlich resistenter gegenüber Reinigungsmitteln als einzelne Bakterienzellen. Sie bilden eine schützende Matrix, die sie vor äußeren Einflüssen abschirmt. Das erklärt, warum der Geruch selbst nach intensivem Waschen zurückkehren kann – die Bakterienkolonien werden nur geschwächt, nicht aber vollständig eliminiert.

Die Temperatur spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bei niedrigen Waschtemperaturen, die zum Schutz synthetischer Fasern empfohlen werden, können viele Mikroorganismen überleben. Sie fallen lediglich in eine Art Ruhezustand und werden beim nächsten Tragen, wenn wieder Feuchtigkeit und Wärme hinzukommen, erneut aktiv. Dieser Kreislauf führt zu dem frustrierenden Phänomen, dass Sportkleidung bereits nach kurzem Tragen wieder zu riechen beginnt.

Die oft übersehene Rolle der Lagerung

Selbst die gründlichste Wäsche verliert ihren Effekt, wenn der Trainingsanzug falsch behandelt wird, solange er noch feucht ist. Restfeuchtigkeit ist die entscheidende Variable: Sie schafft ein mikrobielles Brutklima. Bereits 4 bis 6 Stunden in einer geschlossenen Sporttasche reichen aus, um eine neue Kolonie zu bilden, die selbst nach dem Waschen aktiv bleiben kann.

Das lässt sich leicht vermeiden – durch ein einfaches physikalisches Prinzip: Diffusion der Feuchtigkeit. Wenn der Stoff direkt nach dem Training an der Luft hängt, liegt die relative Feuchtigkeit an der Oberfläche unter 60 Prozent, was das Wachstum von Bakterien stark reduziert. Wer seine Kleidung erst stundenlang im Beutel lässt, bringt die Fasern in Kontakt mit anaeroben Bedingungen, die den Stoffgeruch förmlich einbrennen.

Ein weiterer Punkt ist die Art des Wäschekorbs. Kunststoffkörbe ohne Luftzirkulation speichern Feuchtigkeit. Materialexperten empfehlen Körbe aus atmungsaktivem Gewebe oder Metallgitter, damit bereits vor dem Waschen eine Teilverdunstung stattfindet. So startet die Wäsche nicht in einem mikrobiell aktiven Zustand.

Die Spüllogik gilt auch für die Waschmaschine selbst. In deren Gummidichtungen sammeln sich Bakterien aus früheren Waschgängen. Ein Sportwaschmittel kann seine Wirkung nur entfalten, wenn das Gerät sauber ist. Monatliche Leerläufe bei 60 Grad mit einem halben Liter Essig oder Maschinenreiniger sind die Grundlage solider Textilhygiene.

Warum der Duft oft eine Täuschung ist

Viele Konsumenten verlassen sich auf frische Duftnoten nach der Wäsche als Zeichen von Sauberkeit. Doch Duftmaskierung ist keine Desinfektion. Synthetische Parfüme binden sich an Faseroberflächen und überlagern Gerüche nur temporär. Sobald der Stoff erneut erhitzt oder befeuchtet wird – etwa beim Schwitzen – aktiviert die Feuchtigkeit die zurückgebliebenen Moleküle, und der alte Geruch kommt zurück.

In textilchemischen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Geruchsentwicklung nach Waschgängen mit stark parfümierten Produkten sogar verstärkt werden kann. Das liegt daran, dass Parfümkomponenten hydrophobe Areale im Gewebe belegen und die Entfernung echter Rückstände verhindern können. Daher sollte ein Trainingsanzug nach einer intensiven Duftwäsche mindestens einmal neutral, ohne Weichspüler oder Parfümwaschmittel, gewaschen werden, um die Faser wieder aufnahmefähig zu machen.

Das Ziel bleibt nicht frischer Geruch, sondern neutraler Geruch – der Zustand, bei dem das Gewebe weder riecht noch Rückstände enthält. In der professionellen Wäscherei nennt man das biologisch inaktiv. Dieser Zustand ist nicht durch Überlagerung mit Duftstoffen zu erreichen, sondern nur durch tatsächliche Entfernung der geruchsbildenden Substanzen und Mikroorganismen.

Die wissenschaftlich wirksame Vorbehandlung mit Essig und Natron

Die effektivste, materialschonende Lösung stammt direkt aus der Grundlagenchemie. Essigsäure, wie sie in haushaltsüblichem weißem Essig vorliegt, hat zwei entscheidende Wirkmechanismen: Sie senkt den pH-Wert und kann die Zellwände vieler geruchsbildender Bakterien beeinflussen. Außerdem löst sie Calcium- und Magnesiumsalze aus Schweißablagerungen, die sonst als Trägerstrukturen für Mikroben fungieren können.

Natriumhydrogencarbonat, besser bekannt als Natron, wirkt umgekehrt alkalisch. In geringen Mengen kann es flüchtige Fettsäuren neutralisieren und organische Rückstände zersetzen. Der scheinbare Widerspruch – Säurebehandlung und Alkalibehandlung – löst sich auf, wenn man die Prozesse zeitlich trennt oder sie gezielt für unterschiedliche Reinigungsschritte einsetzt.

Ein Verfahren, das sich in der Praxis bewährt hat und auch von Textilpflegeexperten empfohlen wird, lässt sich problemlos zu Hause umsetzen. Es kombiniert die chemischen Eigenschaften von Essig mit der mechanischen Reinigung in der Waschmaschine und nutzt optional Natron zur Verstärkung der Wirkung bei besonders hartnäckigen Fällen.

Die Vorgehensweise im Detail

Den Trainingsanzug zunächst auf links drehen, um direkten Zugang zum kontaminierten Innengewebe zu erhalten. In einer Schüssel oder im Waschbecken kaltes Wasser mit etwa einer Tasse – circa 200 Milliliter – weißem Essig mischen. Das Kleidungsstück dann etwa 30 Minuten einweichen lassen, ohne dabei zu rühren oder zu wringen, um die Fasern zu schonen.

Nach dem Einweichen folgt das normale Waschen in der Maschine bei 30 bis 40 Grad mit einem Spezialwaschmittel für Sporttextilien. Für hartnäckige Gerüche kann zusätzlich etwa ein Teelöffel Natron direkt ins Waschmittelfach gegeben werden. Wichtig ist, den Trainingsanzug anschließend nicht im Trockner, sondern an der Luft zu trocknen – idealerweise im Schatten, um Farben und Material zu schonen.

Die chemische Logik dahinter: Essig wirkt leicht desinfizierend und löst mineralische Ablagerungen. Das anschließende Waschen und der eventuelle Einsatz von Natron balancieren den pH-Wert, sodass keine Reststoffe im Faserinneren verbleiben. Lufttrocknung verhindert mögliche Einbrennreaktionen von Restgerüchen, die bei Heißluft entstehen könnten, und schont zudem das elastische Material.

Die Vorteile dieser mehrstufigen Reinigungsmethode

Diese Vorgehensweise bietet mehrere entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Waschverfahren. Erstens erfolgt eine Reduktion des Bakterienwachstums ohne aggressive chemische Desinfektionsmittel, die sowohl für die Umwelt als auch für die Fasern problematisch sein können. Die milde Säurewirkung des Essigs reicht aus, um mikrobielles Wachstum einzudämmen, ohne die Struktur synthetischer Fasern anzugreifen.

Zweitens bleiben Elastizität und Farbe der Funktionskleidung erhalten. Aggressive Reiniger oder zu hohe Temperaturen können Elasthan-Fasern schädigen und zu einem Verlust der Passform führen. Die Kombination aus Einweichen bei niedriger Temperatur und schonendem Waschen bewahrt die technischen Eigenschaften der Sportbekleidung.

Drittens werden Rückstände entfernt, die herkömmliches Waschmittel nicht erreicht. Die Einweichphase gibt der Essigsäure Zeit, in die Faserstruktur einzudringen und dort gebundene Substanzen zu lösen. Dies ist besonders wichtig bei den mikroskopischen Vertiefungen in synthetischen Fasern, wo sich Ablagerungen festsetzen können.

Viertens bietet diese Methode langfristigen Schutz vor wiederkehrendem Geruch bereits nach dem ersten Tragen. Durch die gründlichere Entfernung von Bakterien und ihren Nährsubstraten wird der Kreislauf der Geruchsbildung unterbrochen. Die Kleidung bleibt länger frisch, auch während des nächsten Trainings.

Fünftens handelt es sich um eine kostengünstige und umweltfreundliche Lösung ohne aggressive chemische Zusätze. Essig und Natron sind preiswert, biologisch abbaubar und in jedem Haushalt verfügbar. Sie belasten weder das Abwasser noch die Gesundheit und sind damit eine nachhaltige Alternative zu spezialisierten Hygienespülern mit komplexer chemischer Zusammensetzung.

Was moderne Materialforschung über Textilhygiene lehrt

Die textile Forschung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Institute wie das Hohenstein-Institut in Deutschland oder die Empa in der Schweiz beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie Funktionskleidung optimal gepflegt werden kann, ohne ihre technischen Eigenschaften zu verlieren. Dabei zeigt sich, dass die meisten Geruchsprobleme nicht oberflächlich, sondern tief in der Faserstruktur verankert sind.

Die Polymerstruktur synthetischer Garne weist mikroskopische Poren auf, in denen sich organische Moleküle festsetzen können. Das erklärt, warum heißes Wasser allein die Fasern nicht vollständig reinigt – es kann die Poren sogar teilweise verschließen und Rückstände einschließen, wenn die Temperaturen zu hoch werden und das Material zu erweichen beginnt.

Forschende experimentieren mit verschiedenen Ansätzen zur dauerhaften Geruchsminderung. Silberionenbeschichtungen oder kupferbasierte Ausrüstungen sollen bakterizid wirken. Allerdings weisen diese Verfahren ökologische Nachteile auf und verlieren nach wenigen Wäschen an Wirksamkeit. Die Ionen werden mit der Zeit ausgewaschen, und ihre Freisetzung in die Umwelt ist umstritten.

Für den privaten Haushalt bleibt der Weg über pH-Steuerung, Luftzirkulation und gezielte Waschmittelwahl die nachhaltigste Methode. Sie kombiniert einfache chemische Prinzipien mit physikalischen Maßnahmen und erreicht damit eine Wirksamkeit, die speziellen Hightech-Ausrüstungen in nichts nachsteht – bei deutlich geringeren Kosten und ohne problematische Nebenwirkungen.

Praxisorientierte Strategien für dauerhafte Frische

Dauerhafte Hygiene basiert weniger auf einzelnen Waschzyklen als auf einer durchdachten Pflegeroutine. Es gibt bewährte Strategien, die den Aufwand gering halten, aber die Wirksamkeit dramatisch erhöhen. Diese beruhen auf dem Verständnis mikrobiologischer Prozesse und den Eigenschaften synthetischer Materialien.

  • Sportkleidung sollte niemals zusammen mit Baumwollwäsche gewaschen werden, da unterschiedliche Fasern verschiedene Pflegeanforderungen haben
  • Eine schnelle Nachwäsche direkt nach dem Training verhindert, dass Schweißbestandteile aushärten und sich fest in den Fasern verankern
  • Die Art der Trocknung spielt eine unterschätzte Rolle – bewegter Luftstrom durch Ventilator oder offenes Fenster ist effektiver als Wärme allein
  • Funktionelle Waschmittel auf Basis enzymatischer Proteasen wirken selektiv gegen organische Rückstände, ohne Fasern zu schädigen
  • Weichspüler sollten bei Sportkleidung grundsätzlich vermieden werden, da sie die Schweißableitung blockieren

Funktionelle Waschmittel auf Basis enzymatischer Proteasen wirken selektiv gegen organische Rückstände, ohne Fasern zu schädigen. Sie spalten Proteine und Fette, die Hauptbestandteile von Schweißrückständen, und ermöglichen so eine gründlichere Reinigung bei niedrigen Temperaturen. Diese Enzyme sind biologisch abbaubar und umweltverträglich.

Weichspüler sollten bei Sportkleidung grundsätzlich vermieden werden. Sie umhüllen synthetische Fasern mit einer Schicht, die oft Silikone enthält, und blockieren damit die Schweißableitung – eine der Kernfunktionen von Sportbekleidung. Das Material verliert seine Atmungsaktivität und wird anfälliger für Geruchsbildung, da Feuchtigkeit nicht mehr optimal abtransportiert wird.

Wenn Prävention Reinigung ersetzt

Die beste Strategie gegen Geruchsprobleme ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür genügt ein Verständnis für die Zeitleiste der Kontamination: Zwischen Training und Wäsche entscheidet sich, wie sich mikrobielles Leben im Stoff entwickelt. Je kürzer diese Zeitspanne, desto geringer der Aufwand bei der Reinigung.

Ein Handtuch in der Sporttasche, das überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt, oder eine Netztasche zur Belüftung reduzieren die Bakterienlast bereits erheblich. Selbst das Lüften am geöffneten Autofenster auf dem Heimweg hat messbare Wirkung – die Luftzirkulation beginnt bereits, die Feuchtigkeit aus dem Material zu transportieren.

Langfristig verbessert sich dadurch auch die Lebensdauer des Materials. Wenn Mikroben die Fasern nicht kontinuierlich zersetzen, bleiben Elastizität und Passform länger erhalten. Viele Sportler ersetzen ihre Kleidung regelmäßig, weil sie ausgeleiert riecht oder sich anders anfühlt – nicht unbedingt, weil sie strukturell verschlissen ist. Eine bessere Pflege kann diese Lebensdauer deutlich verlängern.

Die Prävention beginnt bereits beim Kauf. Hochwertige Sportkleidung mit antibakterieller Ausrüstung oder speziellen Gewebestrukturen kann die Geruchsbildung von vornherein reduzieren. Allerdings ersetzen auch diese Technologien nicht die richtige Pflege – sie ergänzen sie lediglich und machen die Textilhygiene etwas einfacher.

Kleine Anpassungen mit großer Wirkung im Alltag

Die Pflege von Sportkleidung ist keine Raketenwissenschaft, sondern angewandte Mikrobiologie und praktische Chemie. Die nachhaltigste Veränderung entsteht durch Routine statt Einmalmaßnahmen. Wer seine Ausrüstung regelmäßig nach dem beschriebenen Verfahren behandelt, das richtige Waschmittel wählt und den Trocknungsprozess kontrolliert, verhindert Neuansiedlungen von Bakterien – ähnlich wie regelmäßiges Händewaschen die Hautflora im Gleichgewicht hält.

Für Vieltrainierende lohnt sich die Anschaffung eines zweiten oder dritten Trainingsanzugs. So bleibt genug Zeit zum vollständigen Trocknen aller Sets, und Bakterien haben keine Chance auf dauerhafte Etablierung. Das verringert nicht nur Geruchsbildung, sondern auch Hautirritationen, da Rückstände nicht erneut in intensiven Kontakt mit der Haut gelangen.

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Wasserhärte. In Gegenden mit kalkreichem Wasser bindet Calcium bestimmte Komponenten aus Schweiß und verringert die Wirkung des Waschmittels. Ein einfacher Wasserenthärter oder ein Essig-Zusatz, wie bereits beschrieben, gleicht diesen Effekt aus und verbessert die Spülqualität deutlich. Das Wasser wird weicher, Tenside können besser wirken, und Rückstände werden gründlicher ausgespült.

Die Investition in Qualitätswaschmittel zahlt sich aus. Speziell für Sportbekleidung entwickelte Produkte enthalten Enzyme und Tenside, die auf die Besonderheiten synthetischer Fasern abgestimmt sind. Sie sind zwar etwas teurer als Standard-Vollwaschmittel, aber die verbesserte Reinigungsleistung und der Schutz der Materialien rechtfertigen den Mehrpreis.

Die Psychologie der Sauberkeit und das Vertrauen in Textilien

Saubere Sportkleidung ist nicht nur eine Frage der Hygiene, sondern auch des Wohlbefindens. Wer sich in seiner Trainingskleidung frisch und angenehm fühlt, trainiert motivierter und intensiver. Der psychologische Aspekt wird oft unterschätzt, ist aber real: Geruchsbelastete Kleidung kann das Selbstbewusstsein beeinträchtigen und die Freude am Sport mindern.

Das Vertrauen in die eigene Kleidung entsteht durch Erfahrung. Wenn man weiß, dass die Reinigungsmethode funktioniert und die Kleidung wirklich frisch ist – nicht nur parfümiert, sondern hygienisch sauber –, geht man entspannter ins Training. Man muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob andere den Geruch bemerken könnten, und kann sich voll auf die sportliche Leistung konzentrieren.

Diese psychologische Komponente ist besonders wichtig in Gruppensportarten oder Fitnessstudios, wo man in engem Kontakt mit anderen trainiert. Die Gewissheit, hygienisch einwandfreie Kleidung zu tragen, trägt zum sozialen Wohlbefinden bei und kann sogar die sportliche Leistung indirekt verbessern, indem sie Stress und Selbstzweifel reduziert.

Nachhaltigkeit und Umweltaspekte der Textilpflege

Die beschriebenen Methoden zur Geruchsbekämpfung sind nicht nur effektiv, sondern auch umweltfreundlich. Essig und Natron sind natürliche, biologisch abbaubare Substanzen, die keine problematischen Rückstände im Abwasser hinterlassen. Im Vergleich zu chemischen Desinfektionsmitteln oder Spezialreinigern mit komplexer Zusammensetzung belasten sie die Umwelt minimal.

Die Möglichkeit, bei niedrigen Temperaturen effektiv zu reinigen, spart zudem Energie. Während früher hohe Waschtemperaturen als notwendig für hygienische Sauberkeit galten, zeigen moderne Erkenntnisse, dass die Kombination aus Vorbehandlung und gezielten Reinigungssubstanzen auch bei 30 bis 40 Grad ausreichend wirksam sein kann. Das reduziert den Energieverbrauch pro Waschgang erheblich.

Auch die verlängerte Lebensdauer der Kleidung ist ein Nachhaltigkeitsaspekt. Textilien, die schonend aber gründlich gepflegt werden, müssen seltener ersetzt werden. Das reduziert den Ressourcenverbrauch für Neuproduktion, Transport und Entsorgung. In Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen.

Die Vermeidung von Weichspülern und stark parfümierten Waschmitteln kommt nicht nur der Kleidung zugute, sondern auch der Umwelt. Diese Produkte enthalten oft schwer abbaubare Substanzen, die in Gewässern akkumulieren und aquatische Ökosysteme belasten können. Der Verzicht darauf ist ein kleiner, aber wirksamer Beitrag zum Gewässerschutz.

Ein Trainingsanzug, der neutral riecht, reflektiert keine bloße oberflächliche Sauberkeit, sondern mikrobiologische Balance. Der gezielte Einsatz von weißem Essig, ein wenig Natron und die richtige Trocknungslogistik verwandeln das alltägliche Waschen in eine Methode, die auf den Grundlagen der Chemie und Mikrobiologie basiert. Die Konsequenz ist nicht nur hygienischere Kleidung, sondern auch längere Materiallebensdauer, geringere Umweltbelastung und ein angenehmeres Tragegefühl beim Sport. Letztlich geht es darum, die natürlichen Prozesse zu verstehen und sie gezielt zu steuern – für ein Training ohne störende Geruchsbelästigung und mit dem guten Gefühl, wirklich sauber zu sein.

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